ggmüller: texte

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die kunst des fügens

du gehst wohin von etwas weg -
wer füllt die lücke?
die ladung jenes schiffes wird gelöscht-
wer füllt den laderaum auf´s neue?
der regen nieselt, prasselt, platscht herunter -
wer füllt die wolken wieder auf?

wo auch du bist, wer oder wie -
du kennst die leere, die entsteht
bei allem tun, und selbst beim denken
von einem wort zum nächsten.

die welt scheint fülle,
sie ist lücke,
und wie die stille, die auch am anfang stand.

es fügte sich,
daß die natur entstand
und fortan fügte
was der fortgang dann erfand:
das zwischenwas,
mit seinen endlos vielen neuen was.

und füllen konnte,
wer, was sich hinbewegte,
doch
hinter sich die neue lücke ließ.
so ist die frage nicht: wer füllt?
vielmehr:
wo ist die lücke,
die von dir zu füllen wär´?